Schneeglöckchen - Galanthus nivalis

Der Name Galanthus ist abgeleitet aus dem Griechischen: "gála" für Milch und "anthos" für Blüte. "Nivalis" kommt vom Lateinischen und bedeutet schneeweiß, schneebedeckt.

Das Schneeglöckchen zählt zu den Amaryllis- bzw. Narzissengewächsen und wird ca. 10-25 cm hoch. Wenige lange, schmale Blätter, blaugrün bereift und mit einer Wachs ähnliche Schicht versehen, schieben sich bereits Anfang Februar aus der 1-2 cm dicken Zwiebel, die im Boden den Winter überdauert. Die Blüten, die man oft bis in den April hinein bewundern kann, hängen einzeln am Stängel, 3 weiße Perigonblätter spannen sich über 3 innere, die miteinander zu einer Glocke verwachsen sind und grüne Streifen tragen. Die runde Samenkapsel ist grün.

Bio-Tricks des Schneeglöckchens:

  • Seine Samen haben einen Ölkörper, den Ameisen lieben. Sie schleppen den Samen in ihren Bau und verzehren den Ölkörper, manchmal bereits auf dem Weg dorthin. Der Samen selbst bleibt ungeachtet liegen. So werden Ameisen zu unfreiwilligen Verbreitern.
  • Ein bisher nicht näher bekannter Stoff färbt sich bei langsamer Erwärmung blau, warum das so ist, und wozu, weiß man zur Zeit noch nicht.
  • Damit sich das Schneeglöckchen durch den Schnee hindurchkämpfen kann, produziert seine Zwiebel eine Art von Biowärme um 8-10 Grad. Der Schnee schmilzt und sorgt für gute Bewässerung.

Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, sind schwach giftig durch Alkaloide!

Geschichten, Glaube und Aberglaube ranken sich um das Schneeglöckchen. Es ist Sinnbild für keusche Jugendliebe oder wird als "Lichtmess-Glöckchen" auf den Kirchenaltar gestreut. Die Engländer sahen in ihm einen Todesboten während die Slovaken glaubten, mit seiner Zwiebel könnne man die Milch der Kühe vor Hexerei schützen.

Bildschön und zauberhaft!

Wer sagt, der Winter habe keine Blumen?






Fotos: Christian Lynen

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